Was sind Google Real Estate Listings?
Google Real Estate Listings ist ein aktueller Test von Google, bei dem Immobilienangebote direkt in den Suchergebnissen angezeigt werden – inklusive Bildern, Preisangaben, Details zur Immobilie und CTAs wie „Tour anfragen“ oder „Kontakt zum Makler“. Statt nur klassische organische Treffer oder Anzeigen zu sehen, bekommen Nutzer damit einen direkten Einstieg in die Immobiliensuche schon auf der SERP-Ebene.
Derzeit handelt es sich um ein kleines Pilotprojekt, das in ausgewählten US-Großstädten wie Chicago, Denver, Austin, Miami oder der Bay Area aktiv ist und vor allem auf mobilen Suchergebnissen erscheint. Die Daten kommen über eine Partnerschaft mit dem PropTech-Unternehmen HouseCanary und dessen Portal ComeHome.
Wie funktionieren die Tests genau?
Mobiler Fokus: Sichtbar überwiegend auf mobilen Geräten, nicht für alle Nutzer oder Regionen verfügbar.
Bezahltes Experiment: Google beschreibt die Listings als „curated“ und im Rahmen einer Paid-Partnership, nicht als organische Indexierung von Agentur-Daten.
Diese Einblendungen ähneln anderen Google-Verticals wie Flüge, Hotels oder Shopping-Listings, wo der Nutzer auf der SERP sofort Interaktionen durchführen kann.
Warum ist das für Makler wichtig?
Relevanz für SEO und Sichtbarkeit
Auch wenn diese Listings derzeit als gesondertes Experiment laufen, zeigt es klar: Google will tiefer in vertikale Suchen einsteigen, also nicht nur zeigen, wo Informationen stehen, sondern direkt Inhalte und Interaktionen anbieten.
Für Makler bedeutet das:
Neue SERP-Realität: Nutzer könnten weniger auf klassische Portale klicken und direkt auf der Google-Plattform interagieren.
Stärkerer Fokus auf Marken- und Local SEO: Sichtbarkeit allein über Portale reicht möglicherweise nicht mehr.
Lead-Gewinnung über Google: Der Wettbewerb um Klicks und Kontaktpunkte verschiebt sich ggf. noch näher an die Google-Oberfläche.
Auswirkungen auf Portale
Bereits bei Bekanntwerden des Tests reagierten Anleger- und Branchenkreise:
Aktien großer Immobilienportale im Raum des Rollouts, wie Zillow oder CoStar Group fielen spürbar, weil befürchtet wurde, Google könnte Teile der Lead-Akquise von etablierten Portalen abschneiden.
Analysten sehen sogar einen langfristigen Wettbewerb, bei dem Google die erste Anlaufstelle für Immobiliensuchen werden könnte – ähnlich wie bei Jobs, Hotels oder lokalen Dienstleistungen.
Was bedeutet das für Immobilien-SEO?
1. SERP-Positionierung wird relevanter
Da Google selbst Inhalte zeigt, gewinnt eine klare Markenpräsenz auf der ersten Seite noch mehr Gewicht.
Das heißt konkret:
Optimierte Makler-Webseiten mit Local-SEO-Signalen
Trust-Faktoren wie Reviews, strukturierte Daten, Google Business Profile
Inhalte, die über reine Listings hinausgehen (Ratgeber, lokale Marktinfos)
2. Traffic-Dependenz von Portalen wird hinterfragt
Wenn Google Listings direkt bereitstellt, könnte der Click-through-Rate-Anteil zu Maklerseiten über organische oder Paid-Suchtreffer sinken. SEO-Strategien müssen deshalb neue Conversion-Punkte jenseits klassischer SERP-Klicks berücksichtigen.
3. Paid Search & Anzeigenmodelle ändern sich
Schon jetzt erscheint die Google-Listing-Anzeige als bezahlte Integration, nicht nur als organischer Treffer. Das legt nahe, dass Google hier neue Werbeformen für Makler, Broker und Portale entwickeln könnte.
Wie aussagekräftig sind diese Tests?
Der aktuelle Test gibt zwar einen klaren Hinweis auf Googles Strategie, ist aber noch keine finale Produktankündigung.
Typische Tech-Produktzyklen bei Google verlaufen oft so:
Mehrere kleine, regionale Tests
Erweiterte A/B-Tests mit Nutzer- und Werbepartner-Daten
Langsame geografische Ausweitung
Langfristige Monetarisierungsmodelle
Branchen-Beobachter sehen ähnliche Muster bereits bei anderen Google-Integrationen (z. B. Jobs, Flüge oder lokale Dienste).
Einschätzung zur Timeline
Kurzfristig (nächste 6–12 Monate): Weitere Tests und kleine Rollouts denkbar, aber noch kein globaler Start.
Mittelfristig (1–2 Jahre): Signifikante Ausweitung in weiteren US-Regionen, erste monetarisierte Formate.
Langfristig (2+ Jahre): Möglicherweise bundesweiter Rollout oder internationale Tests, wenn die Funktion institutionell akzeptiert wird und regulatorische Hürden überwunden sind.
Diese Einschätzung ist konsistent mit Google-Produktentwicklungszyklen, die bei neuen vertikalen Integrationen oft über Jahre reifen.
Fazit für Makler
Google Real Estate Listings ist aktuell noch ein Experiment, aber eines mit großer strategischer Bedeutung. Makler sollten verstehen:
Der SERP-Raum entwickelt sich weiter in Richtung In-Search-Interaktion.
SEO-Strategien müssen breiter gedacht werden: Marken-sichtbarkeit, Local SEO, Trust-Signals, strukturierte Daten.
Lead-Generierung könnte langfristig weniger abhängig von klassischen Portalen und mehr von Suchmaschinen-Präsenz werden.
Die Zeit bis zu einem echten Release ist nicht exakt vorhersehbar, aber aktiv realistische Planungen für 2026–2027 sinnvoll.