Das Wichtigste in Kürze
7.131 Einblendungen, 55 Klicks, 39,67 €. Das ist die Bilanz aus zwei Tagen, bei 1,32 € pro Klick. Conversions: keine.
Nur einer von 55 Klicks hat überhaupt interagiert. Alle anderen Besucher sind sofort wieder abgesprungen.
Der Report zeigt keine Suchbegriffe. Ob die Anzeige im passenden Gespräch erscheint, lässt sich damit nicht prüfen.
Ohne serverseitiges Tracking fehlen Klicks im eigenen Report. Unser Analytics zählte 17 Besucher, serverseitig waren es 24.
Der Test im Video
Wir haben den kompletten Ablauf aufgezeichnet, von der Anlage der Kampagne bis zur Auswertung nach zwei Tagen.
Kampagne im OpenAI Ads Manager anlegen
Grafik: Die fünf Schritte, bis die erste Anzeige in ChatGPT läuft.
Der Ads Manager fragt zuerst nach dem Ziel. Zur Wahl stehen Conversion, Klicks und Reichweite. Wir haben Conversion gewählt, mit dem Ziel „Lead erstellt“: Wir verkaufen keine Ware über einen Shop, wir wollen eine Anfrage über das Kontaktformular der Landingpage.
Ein Detail, das Zeit kostet, wenn man es zu spät merkt: Das Conversion-Ziel lässt sich in einer bestehenden Kampagne nachträglich nicht mehr ändern. Wer es anders braucht, legt eine neue Kampagne an.
Ausgesteuert wird nach Ländern, bei uns Deutschland, wahlweise dazu Österreich und die Schweiz. Darunter geht es bis auf die Ebene der Postleitzahl. Städte lassen sich suchen, der Ads Manager liefert dazu die passenden PLZ-Gebiete, einzelne Gebiete lassen sich auch ausschließen. Für ein Maklerbüro ist das der interessanteste Teil der Einrichtung. Wir haben im Test zum Beispiel Würzburg ausgeschlossen, weil wir dort ohnehin mit allen Kunden im Kontakt sind.
Das Mindestbudget liegt bei 15 $ pro Tag. Wir sind mit 25 € Tagesbudget gestartet, an beiden Tagen war es früh aufgebraucht.
In der Kampagne selbst lassen sich UTM-Parameter hinterlegen. Wir haben source „chatgpt“, medium „cpc“ sowie campaign „ki-schulung“ gesetzt, dazu content mit dem Namen der Anzeigengruppe („KI-Ad-1“). Diese Parameter sind später die einzige verlässliche Brücke zwischen Kampagne und eigener Website.
Die Anzeige heißt bei uns „KI-Schulung fürs Team“, als Motiv dient das Bild der Landingpage, die Ziel-URL zeigt direkt auf die Seite mit der Buchungsmöglichkeit, also auf unsere KI-Schulung. Dazu gibt es ein Freitextfeld „Kontexthinweise“, das wir selbst befüllt haben.
Für die Messung setzt OpenAI einen eigenen Pixel voraus. Wir haben ihn auf inno-brain.de eingebaut, als Schalter samt Pixel-ID in unserer Tracking-Verwaltung, mit der Consent-Kategorie „Werbung & Tracking“. Der Pixel feuert erst nach der Zustimmung im Cookie-Banner. Wer ihn setzt, braucht zwei Dinge: einen Datenschutztext zu ChatGPT sowie den passenden Eintrag in den Cookie-Einstellungen.
Die Zahlen nach zwei Tagen
Grafik: Die Bilanz nach zwei Tagen, 7.131 Einblendungen für 39,67 €.
Zeitpunkt | Impressions | Klicks | CTR | Ausgaben | Conversions |
|---|---|---|---|---|---|
Tag 1, nach etwa zwei Stunden | 2.080 | 23 | 1,1 % | 25 € Tagesbudget aufgebraucht | 0 |
Tag 2 allein | 5.000 | 31 | Tagesbudget aufgebraucht | 0 | |
Gesamt nach zwei Tagen | 7.131 | 55 | 0,77 % | 39,67 € | 0 |
Umgerechnet sind das 1,32 € pro Klick, der Tausenderkontaktpreis liegt bei 14,08 €. Die CTR von 1,1 % am ersten Vormittag konnten wir nicht einordnen, denn Vergleichswerte für diesen Kanal gibt es bislang nicht.
Was die Klicks auf der Website gemacht haben
Interessant wird es hinter dem Klick. Die UTM-Parameter aus der Kampagne kommen im Analytics-Tool an, die Besucher aus ChatGPT lassen sich also eindeutig zuordnen.
Für Tag 2 sah die Rechnung so aus: 22 Besucher auf der Seite insgesamt, davon 17 über die Kampagnen-Parameter. Unser serverseitiges Zählwerkzeug SimpleStats meldete für dieselbe Seite 24. Die Differenz ist der Cookie-Consent, denn Fathom zählt nur Besucher, die zugestimmt haben.
Grafik: Fathom zählte 17 Besucher, serverseitig waren es 24.
Die entscheidende Zahl steckt aber nicht in den Besuchern, sondern in der Interaktion: Genau ein Besucher hat überhaupt interagiert, er erreichte 25 % Scroll-Tiefe. Alle anderen sind sofort wieder abgesprungen.
Grafik: Von 7.131 Einblendungen bleibt ein Besucher, der überhaupt interagiert hat.
Am ersten Tag zeigte sich dasselbe Bild von der technischen Seite. Im Analytics gab es am Vormittag einen Ausschlag, die 23 Klicks aus dem Ads Manager fanden sich dort aber nicht wieder, zu Beginn kam der UTM-Parameter noch gar nicht an.
Daraus folgt die wichtigste technische Lehre des Tests: Ohne serverseitiges Tracking sehen Sie einen Teil Ihrer bezahlten Klicks nicht. Wer den Kanal ernsthaft bewerten will, braucht serverseitiges Tracking oder ein Zählwerkzeug ohne Consent-Pflicht daneben.
Was der Ads Manager nicht zeigt
An einer entscheidenden Stelle bleibt der Report stumm. Er zeigt weder die Suchbegriffe noch den Kontext, in dem die Anzeige ausgespielt wurde, dazu fehlt eine Aufschlüsselung der Kosten. Für die Bewertung einer Kampagne reicht er allein nicht.
Grafik: Kosten und Klicks stehen im Report, der Kontext der Ausspielung fehlt.
Unsere Lesart der Zahlen: Die Anzeige erscheint in Gesprächen, in denen gerade niemand eine KI-Schulung sucht. Die Klicks kommen an, dahinter steckt aber keine Absicht. Nachprüfen lässt sich das nicht, genau dafür fehlen die Suchbegriffe.
Offen bleibt damit die Frage, die man eigentlich beantworten möchte: Liegt es an der Landingpage oder am Kontext der Ausspielung? Das klärt nur ein zweiter Test mit derselben Anzeige, entweder auf einer anderen Landingpage oder mit anderem Targeting.
Für die eigene Bewertung heißt das: Die Messgröße ist nicht die Klickzahl, sondern die Interaktion auf Ihrer Seite, also Scroll-Tiefe und Formular.
Fazit für Makler und Unternehmer
Wir haben die Anzeigen am 3. September wieder abgeschaltet. Es kamen zu wenige Erkenntnisse zusammen, um darauf Buchungen oder Leads aufzubauen. Als Test war es das Geld wert, denn wir wissen jetzt, was der Kanal kostet, wie fein er sich aussteuern lässt sowie wo das Reporting aufhört.
Wenn Sie es selbst ausprobieren wollen, achten Sie auf diese fünf Punkte:
Tracking zuerst. Ohne serverseitiges Tracking fehlen Klicks im eigenen Report. Bei uns waren es 17 gegenüber 24 tatsächlichen Besuchern.
UTM-Parameter setzen. Sie kommen aus der Kampagne sauber im Analytics an. Nur so ordnen Sie jeden Besucher der Anzeige zu.
Pixel plus Datenschutztext. Der OpenAI-Pixel gehört in Ihre Consent-Verwaltung. Dazu brauchen Sie einen Datenschutztext zu ChatGPT sowie den Eintrag in den Cookie-Einstellungen.
Budget bewusst wählen. Das Mindestbudget liegt bei 15 $ pro Tag. Unsere 25 € Tagesbudget waren an beiden Tagen früh aufgebraucht, planen Sie also einen festen Testrahmen ein.
Relevanz sicherstellen. Messen Sie, was nach dem Klick auf Ihrer Seite passiert. Justieren Sie danach schnell nach, statt das Budget weiterlaufen zu lassen.
Unser Rat: Probieren Sie den Kanal für Ihre eigene Branche aus, mit klarem Blick auf Impressions, Klicks und vor allem darauf, was nach dem Klick auf Ihrer Seite passiert. Die Kosten sind überschaubar, der Kanal ist jung. Ob Ihre Zielgruppe dort gerade ansprechbar ist, erfahren Sie nur mit eigenen Zahlen.
Häufige Fragen zu Werbung in ChatGPT
Das Mindestbudget im OpenAI Ads Manager liegt bei 15 $ pro Tag. In unserem Test mit 25 € Tagesbudget haben wir 1,32 € pro Klick bezahlt, der Tausenderkontaktpreis lag bei 14,08 €. Nach zwei Tagen standen 39,67 € Ausgaben für 7.131 Einblendungen und 55 Klicks zu Buche.
Ja. Die Aussteuerung läuft über Länder, darunter bis auf die Ebene der Postleitzahl. Städte lassen sich suchen, der Ads Manager liefert dazu die passenden PLZ-Gebiete. Einzelne Gebiete können Sie auch ausschließen, etwa dort, wo Sie ohnehin schon mit allen Kunden im Kontakt sind.
Ja. Der Pixel gehört in die Consent-Verwaltung Ihrer Website und darf erst nach der Zustimmung im Cookie-Banner feuern. Dazu brauchen Sie einen Datenschutztext zu ChatGPT sowie den passenden Eintrag in den Cookie-Einstellungen. Weil der Pixel an die Zustimmung gebunden ist, sehen Sie ohne serverseitiges Tracking nicht alle Klicks.
Nein. Der Report nennt weder Suchbegriffe noch den Kontext der Ausspielung, eine Aufschlüsselung der Kosten fehlt ebenfalls. Wer wissen will, ob die Anzeige im passenden Gespräch erscheint, muss das indirekt messen: über die Interaktion auf der eigenen Landingpage.