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ChatGPT Ads für Makler: 7.131 Einblendungen im Test

ChatGPT Ads für Makler: 7.131 Einblendungen im Test

Florian Imgrund Portrait
Dr. Florian Imgrund Geschäftsführer
6 min Lesezeit

Werbung lässt sich seit Kurzem direkt in ChatGPT buchen. Für Maklerbüros ist das ein neuer Kanal, über den es kaum Erfahrungswerte gibt: Was kostet ein Klick, wie genau lässt sich aussteuern, was steht hinterher im Report?

Wir haben es ausprobiert, mit einer Kampagne für unsere eigene KI-Schulung, am 2. und 3. September 2026. Es war ein Test des Werkzeugs, kein Belastungstest: Anzeige und Landingpage passen zusammen. Hier stehen alle Zahlen sowie das, was wir dabei über den OpenAI Ads Manager gelernt haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • 7.131 Einblendungen, 55 Klicks, 39,67 €. Das ist die Bilanz aus zwei Tagen, bei 1,32 € pro Klick. Conversions: keine.

  • Nur einer von 55 Klicks hat überhaupt interagiert. Alle anderen Besucher sind sofort wieder abgesprungen.

  • Der Report zeigt keine Suchbegriffe. Ob die Anzeige im passenden Gespräch erscheint, lässt sich damit nicht prüfen.

  • Ohne serverseitiges Tracking fehlen Klicks im eigenen Report. Unser Analytics zählte 17 Besucher, serverseitig waren es 24.

Der Test im Video

Wir haben den kompletten Ablauf aufgezeichnet, von der Anlage der Kampagne bis zur Auswertung nach zwei Tagen.

Kampagne im OpenAI Ads Manager anlegen

Fünf Schritte im OpenAI Ads Manager: Ziel Conversion auf Lead erstellt, Targeting von Land bis Postleitzahl, 25 Euro Tagesbudget bei 15 Dollar Mindestbudget, UTM-Parameter für die Zuordnung im Analytics, OpenAI-Pixel, der erst nach der Cookie-Zustimmung feuert.

Grafik: Die fünf Schritte, bis die erste Anzeige in ChatGPT läuft.

Der Ads Manager fragt zuerst nach dem Ziel. Zur Wahl stehen Conversion, Klicks und Reichweite. Wir haben Conversion gewählt, mit dem Ziel „Lead erstellt“: Wir verkaufen keine Ware über einen Shop, wir wollen eine Anfrage über das Kontaktformular der Landingpage.

Ein Detail, das Zeit kostet, wenn man es zu spät merkt: Das Conversion-Ziel lässt sich in einer bestehenden Kampagne nachträglich nicht mehr ändern. Wer es anders braucht, legt eine neue Kampagne an.

Ausgesteuert wird nach Ländern, bei uns Deutschland, wahlweise dazu Österreich und die Schweiz. Darunter geht es bis auf die Ebene der Postleitzahl. Städte lassen sich suchen, der Ads Manager liefert dazu die passenden PLZ-Gebiete, einzelne Gebiete lassen sich auch ausschließen. Für ein Maklerbüro ist das der interessanteste Teil der Einrichtung. Wir haben im Test zum Beispiel Würzburg ausgeschlossen, weil wir dort ohnehin mit allen Kunden im Kontakt sind.

Das Mindestbudget liegt bei 15 $ pro Tag. Wir sind mit 25 € Tagesbudget gestartet, an beiden Tagen war es früh aufgebraucht.

In der Kampagne selbst lassen sich UTM-Parameter hinterlegen. Wir haben source „chatgpt“, medium „cpc“ sowie campaign „ki-schulung“ gesetzt, dazu content mit dem Namen der Anzeigengruppe („KI-Ad-1“). Diese Parameter sind später die einzige verlässliche Brücke zwischen Kampagne und eigener Website.

Die Anzeige heißt bei uns „KI-Schulung fürs Team“, als Motiv dient das Bild der Landingpage, die Ziel-URL zeigt direkt auf die Seite mit der Buchungsmöglichkeit, also auf unsere KI-Schulung. Dazu gibt es ein Freitextfeld „Kontexthinweise“, das wir selbst befüllt haben.

Für die Messung setzt OpenAI einen eigenen Pixel voraus. Wir haben ihn auf inno-brain.de eingebaut, als Schalter samt Pixel-ID in unserer Tracking-Verwaltung, mit der Consent-Kategorie „Werbung & Tracking“. Der Pixel feuert erst nach der Zustimmung im Cookie-Banner. Wer ihn setzt, braucht zwei Dinge: einen Datenschutztext zu ChatGPT sowie den passenden Eintrag in den Cookie-Einstellungen.

Die Zahlen nach zwei Tagen

Drei Kennzahlen nach zwei Tagen Werbung in ChatGPT: 7.131 Einblendungen, 55 Klicks entsprechend 0,77 Prozent der Einblendungen, 39,67 Euro Ausgaben bei 1,32 Euro pro Klick. Conversions: keine.

Grafik: Die Bilanz nach zwei Tagen, 7.131 Einblendungen für 39,67 €.

Zeitpunkt

Impressions

Klicks

CTR

Ausgaben

Conversions

Tag 1, nach etwa zwei Stunden

2.080

23

1,1 %

25 € Tagesbudget aufgebraucht

0

Tag 2 allein

5.000

31

Tagesbudget aufgebraucht

0

Gesamt nach zwei Tagen

7.131

55

0,77 %

39,67 €

0

Umgerechnet sind das 1,32 € pro Klick, der Tausenderkontaktpreis liegt bei 14,08 €. Die CTR von 1,1 % am ersten Vormittag konnten wir nicht einordnen, denn Vergleichswerte für diesen Kanal gibt es bislang nicht.

Was die Klicks auf der Website gemacht haben

Interessant wird es hinter dem Klick. Die UTM-Parameter aus der Kampagne kommen im Analytics-Tool an, die Besucher aus ChatGPT lassen sich also eindeutig zuordnen.

Für Tag 2 sah die Rechnung so aus: 22 Besucher auf der Seite insgesamt, davon 17 über die Kampagnen-Parameter. Unser serverseitiges Zählwerkzeug SimpleStats meldete für dieselbe Seite 24. Die Differenz ist der Cookie-Consent, denn Fathom zählt nur Besucher, die zugestimmt haben.

Balkenvergleich der Besucher auf der Landingpage am zweiten Messtag: Fathom zählt mit Cookie-Zustimmung 17 Besucher, das serverseitige SimpleStats 24. Sieben Besucher fehlen im eigenen Report.

Grafik: Fathom zählte 17 Besucher, serverseitig waren es 24.

Die entscheidende Zahl steckt aber nicht in den Besuchern, sondern in der Interaktion: Genau ein Besucher hat überhaupt interagiert, er erreichte 25 % Scroll-Tiefe. Alle anderen sind sofort wieder abgesprungen.

Ablauf von 7.131 Einblendungen über 55 Klicks zu einem Besucher, der überhaupt interagiert hat, gemessen an 25 Prozent Scroll-Tiefe. Alle anderen Besucher sind sofort wieder abgesprungen.

Grafik: Von 7.131 Einblendungen bleibt ein Besucher, der überhaupt interagiert hat.

Am ersten Tag zeigte sich dasselbe Bild von der technischen Seite. Im Analytics gab es am Vormittag einen Ausschlag, die 23 Klicks aus dem Ads Manager fanden sich dort aber nicht wieder, zu Beginn kam der UTM-Parameter noch gar nicht an.

Daraus folgt die wichtigste technische Lehre des Tests: Ohne serverseitiges Tracking sehen Sie einen Teil Ihrer bezahlten Klicks nicht. Wer den Kanal ernsthaft bewerten will, braucht serverseitiges Tracking oder ein Zählwerkzeug ohne Consent-Pflicht daneben.

Was der Ads Manager nicht zeigt

An einer entscheidenden Stelle bleibt der Report stumm. Er zeigt weder die Suchbegriffe noch den Kontext, in dem die Anzeige ausgespielt wurde, dazu fehlt eine Aufschlüsselung der Kosten. Für die Bewertung einer Kampagne reicht er allein nicht.

Gegenüberstellung: Der OpenAI Ads Manager zeigt Impressions, Klicks, CTR, Ausgaben, Kosten pro Klick, Tausenderkontaktpreis und Conversions. Nicht im Report stehen Suchbegriffe, Kontext der Ausspielung und eine Aufschlüsselung der Kosten.

Grafik: Kosten und Klicks stehen im Report, der Kontext der Ausspielung fehlt.

Unsere Lesart der Zahlen: Die Anzeige erscheint in Gesprächen, in denen gerade niemand eine KI-Schulung sucht. Die Klicks kommen an, dahinter steckt aber keine Absicht. Nachprüfen lässt sich das nicht, genau dafür fehlen die Suchbegriffe.

Offen bleibt damit die Frage, die man eigentlich beantworten möchte: Liegt es an der Landingpage oder am Kontext der Ausspielung? Das klärt nur ein zweiter Test mit derselben Anzeige, entweder auf einer anderen Landingpage oder mit anderem Targeting.

Für die eigene Bewertung heißt das: Die Messgröße ist nicht die Klickzahl, sondern die Interaktion auf Ihrer Seite, also Scroll-Tiefe und Formular.

Fazit für Makler und Unternehmer

Wir haben die Anzeigen am 3. September wieder abgeschaltet. Es kamen zu wenige Erkenntnisse zusammen, um darauf Buchungen oder Leads aufzubauen. Als Test war es das Geld wert, denn wir wissen jetzt, was der Kanal kostet, wie fein er sich aussteuern lässt sowie wo das Reporting aufhört.

Wenn Sie es selbst ausprobieren wollen, achten Sie auf diese fünf Punkte:

  • Tracking zuerst. Ohne serverseitiges Tracking fehlen Klicks im eigenen Report. Bei uns waren es 17 gegenüber 24 tatsächlichen Besuchern.

  • UTM-Parameter setzen. Sie kommen aus der Kampagne sauber im Analytics an. Nur so ordnen Sie jeden Besucher der Anzeige zu.

  • Pixel plus Datenschutztext. Der OpenAI-Pixel gehört in Ihre Consent-Verwaltung. Dazu brauchen Sie einen Datenschutztext zu ChatGPT sowie den Eintrag in den Cookie-Einstellungen.

  • Budget bewusst wählen. Das Mindestbudget liegt bei 15 $ pro Tag. Unsere 25 € Tagesbudget waren an beiden Tagen früh aufgebraucht, planen Sie also einen festen Testrahmen ein.

  • Relevanz sicherstellen. Messen Sie, was nach dem Klick auf Ihrer Seite passiert. Justieren Sie danach schnell nach, statt das Budget weiterlaufen zu lassen.

Unser Rat: Probieren Sie den Kanal für Ihre eigene Branche aus, mit klarem Blick auf Impressions, Klicks und vor allem darauf, was nach dem Klick auf Ihrer Seite passiert. Die Kosten sind überschaubar, der Kanal ist jung. Ob Ihre Zielgruppe dort gerade ansprechbar ist, erfahren Sie nur mit eigenen Zahlen.

Häufige Fragen zu Werbung in ChatGPT

Das Mindestbudget im OpenAI Ads Manager liegt bei 15 $ pro Tag. In unserem Test mit 25 € Tagesbudget haben wir 1,32 € pro Klick bezahlt, der Tausenderkontaktpreis lag bei 14,08 €. Nach zwei Tagen standen 39,67 € Ausgaben für 7.131 Einblendungen und 55 Klicks zu Buche.

Ja. Die Aussteuerung läuft über Länder, darunter bis auf die Ebene der Postleitzahl. Städte lassen sich suchen, der Ads Manager liefert dazu die passenden PLZ-Gebiete. Einzelne Gebiete können Sie auch ausschließen, etwa dort, wo Sie ohnehin schon mit allen Kunden im Kontakt sind.

Ja. Der Pixel gehört in die Consent-Verwaltung Ihrer Website und darf erst nach der Zustimmung im Cookie-Banner feuern. Dazu brauchen Sie einen Datenschutztext zu ChatGPT sowie den passenden Eintrag in den Cookie-Einstellungen. Weil der Pixel an die Zustimmung gebunden ist, sehen Sie ohne serverseitiges Tracking nicht alle Klicks.

Nein. Der Report nennt weder Suchbegriffe noch den Kontext der Ausspielung, eine Aufschlüsselung der Kosten fehlt ebenfalls. Wer wissen will, ob die Anzeige im passenden Gespräch erscheint, muss das indirekt messen: über die Interaktion auf der eigenen Landingpage.