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Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Tobias Reuß
Tobias Reuß KI & SEO Consultant
5 min Lesezeit Aktualisiert 08 Jul 2026

ChatGPT war bisher das dominierende KI-Tool in der breiten Masse in Deutschland. Fast die Hälfte aller Deutschen KI-Nutzer wählten die KI von Mutterfirma OpenAI (Quelle: Convios).

Aber seit Anfang 2026 steigen immer mehr KI-Nutzer auf Claude um. Im Gespräch mit Maklern werden wir derzeit immer wieder gefragt, ob Claude besser ist als ChatGPT.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir Ihnen, ob und wann sich der Umstieg als Immobilienmakler auf Claude lohnt! Damit Sie konkret abwägen können, ob Claude für Sie Aufgaben übernehmen kann, haben wir einige Beispiele für Immobilienmakler vorbereitet.

Klare Empfehlung: In 2026 sollten Sie Claude ausprobieren

Direkter Link zum Tool: claude.ai

Ein ehrlicher Überblick über KI-Chats im Juli 2026:

ChatGPT, Claude, Google Gemini und auch Mistral haben alle weitestgehend die gleichen KI-Chat-Funktionen. Dazu gehören Spracheingabe, personalisierbare Erinnerungen oder auch die Möglichkeit Anhänge im Chat hochzuladen.

Wieso ist Claude dann aber aktuell so im Hype?

Das Tool hat sich als erstes vom reinen Chatbot zu einer kompletteren Arbeitsumgebung entwickelt. Claude bietet die Möglichkeit, dass Sie einzelne Ordner auf Ihrem PC oder Laptop verknüpfen. Claude kann nahezu jede Form von Dateien lesen und Bearbeiten. Heißt konkret: Sie können einen Ordner mit 5 Word-Dateien verbinden und Claude sagen “erstelle eine 6te Datei in dem Stil der vorherigen mit neuem Inhalt”. Die KI wird die Dateien verstehen und kann in wenigen Augenblicken die gewünschte neue Datei in Ihrem Ordner erstellen. Sie steuern dabei, auf welche Ordner & Dateien die KI wirklich Zugriff hat.

Komplexe Excel-Dateien erstellen lassen

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?
Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Screenshot: Erstellung einer funktionsfähigen Excel-Datei durch Claude

Autonom Aufgaben im Browser durchführen

Neben dem Zugriff auf Ihre Ordner und Dateien kann Claude auch Ihren Browser bedienen wenn Sie das möchten. Also einfach gesagt, die KI bedient Ihren Internetbrowser, als würde ein Roboter an Ihrem PC sitzen. Sie könnten Claude also anweisen “Öffne diese drei Websites meiner Mitbewerber und sag mir, wieviele Kauf-Immobilien jeder aktuell online hat”. Die KI übernimmt Ihren Browser und kann dabei quasi alle Bestandteile von einer Website bedienen (Filter einstellen, Suchleiste benutzen, etc.)

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Screenshot: Bedienung des Chrome-Browsers durch Claude (rote Maus)

Powerpoint-Präsentationen erstellen und bearbeiten

Über die direkte Integration in PowerPoint erstellen und bearbeiten Sie komplette Präsentationen per Prompt. Vor allem bei wiederkehrenden Präsentationen praktisch: Statt für jedes neue Objekt eine Vorlage von Hand anzupassen, geben Sie Claude einfach die neuen Eckdaten vor.

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Screenshot: Claude Integration direkt in Powerpoint

Zugriff auf andere Programme/Apps (MCP)

Der wohl größte Sprung ist die Anbindung von KI an andere Programme. Möglich macht das eine Technologie namens MCP (Model Context Protocol). Eine Schnittstelle, über die Claude direkt mit Ihren anderen Tools spricht und dort Aufgaben erledigt, statt nur Text auszugeben.

Verbinden lassen sich unter anderem:

  • Canva: Grafiken & Social-Media-Designs

  • HubSpot: Lead-Management

  • onOffice: Makler-CRM

  • Notion & Airtable: Notizen und Datenbanken

  • Atlassian & GitHub: Projekt- und Aufgabenverwaltung

  • Zapier & Make.com: Automatisierungen

Beispiel: Makler CRM onOffice mit Claude bedienen:

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?
Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Screenshot: Makler-CRM “onOffice” Verbindung direkt mit Claude

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Screenshot: Canva direkt aus Claude bedienen lassen

Dateiverwaltung

KI eignet sich gut für “nervige” Arbeiten wie das Sortieren und Benennen von Dateien. Im Fall von Maklern beispielsweise für Objekt-Fotos. Nach einer Objektaufnahme landen schnell Dutzende Bilder mit nichtssagenden Namen wie „IMG_4183.JPG" auf dem Rechner. Weil Claude die Bilder tatsächlich „sehen" und Ihren Inhalt erkennen kann, übernimmt die KI genau diese Fleißarbeit für Sie.

Sie legen die Fotos einfach in einen Ordner und sagen Claude „Benenne die Dateien passend, sodass ich sie in mein System einpflegen kann". Claude schaut sich jedes Bild einzeln an, erkennt, ob es sich um Küche, Besprechungsraum, Sanitärbereich oder Aufenthaltsraum handelt, und vergibt ein einheitliches, sortierbares Schema

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Screenshot: Objektordner vorher

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Screenshot: Prompt an Claude zum Bearbeiten der Datei-Namen

Claude für Makler: Lohnt sich der Umstieg?

Screenshot: Objektordner nachher

Schwächen im Vergleich zur Konkurrenz

Claude hat im Vergleich zu ChatGPT und anderen KI-Modellen (Google Gemini, Copilot) also aktuell in einigen Bereichen die Nase vorn. Für manche Aufgaben ist Claude aber auch ungeeigneter als die Konkurrenz:

  • Claude kann keine Bilder erstellen (Google Gemini & ChatGPT können mittlerweile sehr realistische Bilder mit Text erzeugen)

  • keine native Verarbeitung von MP3 Dateien möglich, nur Live-Spracheingabe

  • etwas schwächere Echtzeit Internet-Recherche (im Vergleich zu ChatGPT & Google Gemini)

Hürden für Makler in Deutschland

Datenschutz

So praktisch die Beispiele sind, sobald personenbezogene Daten ins Spiel kommen (Namen von Interessenten, E-Mail-Adressen, Eigentümerdaten), greift auch bei KI die DSGVO. Ein paar Punkte sollten Sie als Makler unbedingt beachten:

  • Über das normale Abo bei Claude sind Kundendaten tabu, denn die KI läuft auf US-Servern; das datenschutzrechtlich ein Drittland und braucht daher eine saubere Planung, bevor Sie mit echten Kundendaten arbeiten.

  • Datensparsam bleiben. Geben Sie nur die Daten ein, die für die Aufgabe wirklich nötig sind. Im Zweifel mit Platzhaltern („Interessent A" statt Klarname).

  • Transparenzpflicht: Wenn Sie KI zur Verarbeitung von Kundendaten einsetzen, gehört das in Ihre Datenschutzerklärung.

Wichtig: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Eine ausführliche juristische Einordnung finden Sie im Fachbeitrag der Kanzlei Heuking zum Einsatz von Claude im Unternehmen. Am besten lassen Sie Ihren konkreten Anwendungsfall von einem Fachanwalt oder Ihrem Datenschutzbeauftragten prüfen.

Risiko & Sicherheit: KI kann sich irren

KI-Modelle „halluzinieren" gelegentlich, das heißt, sie geben etwas sehr überzeugend wieder, das schlicht falsch ist. Verlassen Sie sich daher nie blind auf Zahlen, Fristen oder rechtliche Aussagen aus der KI. Ein von Claude erstellter Finanzierungsrechner, ein Exposé-Text oder eine Objektauswertung ist ein hervorragender Entwurf, die finale Kontrolle bleibt aber bei Ihnen. Gerade bei Kaufpreisen, Flächenangaben oder Energiewerten sollten Sie die Ergebnisse immer gegenprüfen, bevor sie beim Kunden landen.

Fazit: Entscheidungshilfe

Sollten Sie als Makler also auf Claude umsteigen? Unsere ehrliche Antwort: Ausprobieren lohnt sich in jedem Fall. Claude hat sich 2026 vom reinen Chatbot zur echten Arbeitsumgebung entwickelt. Der Umstieg ist dabei sehr einfach: Ihre bisherigen Einstellungen und gespeicherten Erinnerungen aus anderen Tools (etwa ChatGPT) lassen sich mit KI Hilfe übertragen, sodass Sie nicht bei null anfangen.

Hinweise: Dieser Beitrag ist in keiner Form gesponsert, noch profitieren wir durch Empfehlungen.

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